Wie hoch wird meine Rente später sein?
Diese Frage gehört zu den häufigsten Fragen in der Altersvorsorgeberatung. Eine einfache Antwort gibt es leider nicht. Einkommen, Versicherungsjahre, Teilzeit, Kindererziehung und längere Unterbrechungen wirken sich unmittelbar auf die spätere gesetzliche Rente aus.
Trotzdem gibt es eine interessante Vergleichsgröße: die sogenannte Standardrente.
Sie zeigt, welche gesetzliche Rente jemand erhält, der 45 Jahre lang immer genau das Durchschnittseinkommen aller Versicherten verdient hat.
Ab dem 1. Juli 2026 gelten folgende Werte:
| Kennzahl | Wert 2026 |
|---|---|
| Standardrente brutto | 1.913,40 € monatlich |
| Standardrente netto vor Steuern | 1.677,10 € monatlich |
| Durchschnittliches Jahresarbeitsentgelt | 51.944 € |
| Aktueller Rentenwert | 42,52 € |
Die Standardrente steigt damit gegenüber Juli 2025 von 1.835,55 Euro auf 1.913,40 Euro brutto. Der aktuelle Rentenwert beträgt im zweiten Halbjahr 2026 42,52 Euro. Das für 2026 angesetzte durchschnittliche Bruttojahresarbeitsentgelt liegt bei 51.944 Euro.
Dabei gibt es allerdings einen wichtigen Punkt:
Die Standardrente ist keine Durchschnittsrente.
Wer 45 Jahre lang lückenlos ein durchschnittliches Einkommen erzielt, erfüllt bereits relativ günstige Voraussetzungen.
In der Realität sieht das Erwerbsleben häufig anders aus:
Die tatsächlichen Rentenzahlen zeigen deshalb ein anderes Bild.
Ende 2025 wurden rund 19,09 Millionen gesetzliche Altersrenten gezahlt. Davon lagen rund 51,5 Prozent unter einem monatlichen Rentenzahlbetrag von 1.200 Euro.
Bei Frauen lag dieser Anteil sogar bei rund 65,5 Prozent, bei Männern bei rund 33,9 Prozent. Die Werte ergeben sich aus der Rentenschichtung der Deutschen Rentenversicherung.
| Monatlicher Zahlbetrag | Alle Altersrenten | Männer | Frauen |
|---|---|---|---|
| unter 1.200 € | ca. 51,5 % | ca. 33,9 % | ca. 65,5 % |
| 1.200 bis unter 1.800 € | ca. 29,3 % | ca. 32,8 % | ca. 26,6 % |
| ab 1.800 € | ca. 19,2 % | ca. 33,4 % | ca. 7,9 % |
Wichtig bei diesen Zahlen: Eine geringe gesetzliche Rente bedeutet nicht automatisch Altersarmut. Manche Rentner verfügen beispielsweise zusätzlich über eine Betriebsrente, Immobilien, Kapitalvermögen, private Renten oder Einkommen des Ehepartners.
Für die eigene Altersvorsorge ist deshalb immer die gesamte persönliche Situation zu betrachten.
Für 2026 wird ein Sicherungsniveau vor Steuern von 48 Prozent ausgewiesen.
Hier entsteht häufig ein Missverständnis.
48 Prozent Rentenniveau bedeutet nicht, dass jeder Arbeitnehmer später automatisch 48 Prozent seines letzten Gehalts als Rente erhält.
Das Rentenniveau ist eine statistische Vergleichsgröße. Vereinfacht wird die Standardrente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Beitragsjahren mit dem verfügbaren Durchschnittsentgelt eines Arbeitnehmers verglichen.
Die persönliche Rente kann davon erheblich abweichen.
2026 beträgt das vorläufige Durchschnittsentgelt 51.944 Euro.
Wer ungefähr dieses Einkommen erzielt, erhält für dieses Jahr grundsätzlich etwa einen Entgeltpunkt.
Der aktuelle Rentenwert beträgt seit Juli 2026 42,52 Euro. Ein zusätzlicher Entgeltpunkt entspricht damit nach heutigem Wert rund 42,52 Euro monatlicher Bruttorente.
Das macht das System etwas greifbarer:
| Einkommen im Verhältnis zum Durchschnitt | ungefähr erworbene Entgeltpunkte |
|---|---|
| 50 % des Durchschnitts | 0,5 |
| 100 % des Durchschnitts | 1,0 |
| 150 % des Durchschnitts | 1,5 |
Die tatsächliche Berechnung kann durch Beitragsbemessungsgrenzen und weitere rentenrechtliche Faktoren abweichen.
Für die meisten Arbeitnehmer ist die gesetzliche Rentenversicherung der wichtigste Baustein ihrer Altersversorgung.
Sie alleine beantwortet aber noch nicht die viel wichtigere Frage:
Kann ich mit meinem späteren Gesamteinkommen meinen gewünschten Lebensstandard finanzieren?
Dafür sollte man drei Zahlen kennen:
Erst die Differenz daraus zeigt, ob tatsächlich eine Versorgungslücke besteht.
Gerade bei noch 10, 20 oder 30 Jahren bis zur Rente lassen sich Versorgungslücken meist deutlich einfacher schließen als wenige Jahre vor Rentenbeginn.
Dabei muss Altersvorsorge heute auch nicht zwingend ausschließlich aus klassischen Rentenversicherungen bestehen. Je nach persönlicher Situation kommen beispielsweise betriebliche Altersvorsorge, fondsgebundene Lösungen oder ein Altersvorsorge-Depot infrage.
Als Versicherungsmakler in Freiburg unterstütze ich meine Kunden dabei, vorhandene Verträge, gesetzliche Ansprüche und neue Vorsorgemöglichkeiten gemeinsam zu betrachten.
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Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zahlen 2026, Stand 25. Juni 2026.
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